Die Anatomie des Auges

Das Auge bzw. der Augapfel hat die Form einer Kugel und hat einen Durchmesser von etwa 23 mm.
In Richtung der Längsachse hat er jedoch eine Länge von 24 mm weil sich die Hornhaut um 1 mm vorwölbt.

Der Augapfel besteht aus mehreren Häuten, die zusammen 3 Schichten bilden:

•   Die äußere Haut

bilden die
-   Lederhaut oder auch Sclera und die
-   Hornhaut (lat. Cornea).

Die Lederhaut ist die überaus widerstandsfähige Schutzhaut des Auges und hält das Auge in der entsprechenden Form.

Die Hornhaut bildet die klare und durchsichtige Öffnung für das einfallende Licht. Sie ist mit zahlreichen Gefühlsnerven durchzogen und ist deshalb außerordentlich berührungsempfindlich. Dieser enorm wichtige Schutzmechanismus des Auges führt bei der Anpassung von Kontaktlinsen manchmal zu Komplikationen.

•   Die mittlere Haut

setzt sich zusammen aus der
-   Aderhaut
-   dem Ziliar- oder auch Strahlenkörper und der
-   Regenbogenhaut oder Iris.

Die Aderhaut ist der blutreichste Teil des Auges. Sie ist von zahlreichen Arterien und Venen durchzogen. Sie ernährt das Auge und dunkelt das Innere des Auges gegen das Außenlicht ab.

Der Ziliarkörper ist ein ringförmiger Körper mit eigener Elastizität. In der zerfurchten Oberfläche wird das Kammerwasser gebildet.
Weiterhin kontrolliert der Ziliarkörper die Form der Augenlinse und damit auch die Akkommodation bzw. die Fähigkeit, das Auge auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen.

Die Regenbogenhaut (lat. Iris) gibt dem Auge die individuelle Farbe. Von der Funktion her ist sie, quasi als Blende für die Regulierung des plötzlichen Lichteinfalles zuständig. So schließt sie die Öffnung des Auges, genannt Pupille bei plötzlichem Lichteinfall auf nur mehr 1 mm. Genauso öffnet Sie sich bei Dunkelheit bis zu 8 mm. Jedoch stets nur für kurze Zeit. Sobald das Auge sich auf die neuen Lichtverhältnisse eingestellt hat nimmt sie die sog. physiologische Pupillenweite von 3-4 mm an.

•   Die Innere Haut

entspricht der
-   Netzhaut oder auch Retina.

Die Netzhaut ist ein sehr dünnes und glasklares Häutchen. Sie besteht in der Hauptsache aus den Stäbchen und den Zäpfchen, die das auftreffende Licht in Nervenreize umwandeln.
Dabei sind die Zäpfchen ( ca. 7.000.000 St. ) für das erkennen von Farben, Formen und Bewegungen zuständig und deshalb auch in bzw. um den Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, der Netzhautgrube oder Fovea zentralis, versammelt. Die Netzhaugrube hat nur einen Durchmesser von 0.5 mm und liegt wiederum im Zentrum einer gelb gefärbten Zone von ca. 1.5 mm Durchmesser, dem Gelben Fleck.

Die rund 130.000.000 Stäbchen kleiden den Rest der Netzhaut aus, nehmen jedoch nur hell und dunkel (keine Farben) und grobe Umrisse auf. Sie sind sehr lichtempfindlich. Deshalb sehen wir in der Nacht vornehmlich mit den Stäbchen ( „in der Nacht sind alle Katzen grau“ )

Die aufgenommenen Nervenreize werden dann gebündelt und über den Sehnerv an die Sehzentren des Gehirns weitergeleitet. Erst dort entsteht das „gesehene Bild".

•   Der Kern des Auges setzt sich zusammen aus
-   dem Kammerwasser,
-   der Linse und
-   dem Glaskörper

Das Kammerwasser ist eine klare Flüssigkeit und sorgt für den gleichmäßigen Augeninnendruck durch ständiges Nachfließen jedoch leicht gehemmtes Abfließen.
Ist die Produktion und der Abfluss des Kammerwassers nicht im Gleichgewicht besteht die Gefahr des Grünen Stars.

Die Linse oder auch lens cristallina befindet sich in einer festen, elastischen und durchsichtigen Haut, der sog. Linsenkapsel. Befestigt ist die Linse im Auge an den Zonulafasern, welche einerseits an der Linsenkapsel sitzen, andererseits am Ziliarkörper angewachsen sind.
Die Linse, wie auch die Kapsel sind eigenelastisch und haben das Bestreben, sich der Kugelgestalt zu nähern. Gehindert daran wird die Linse durch die etwas größere Eigenelastizität des Ziliarkörpers, der die Linse über die Zonulafasern flach zieht.

Der Glaskörper füllt das gesamte Innere des Auges aus und ist im Idealzustand vollkommen klar. Hin und wieder können auch leichte Glaskörpertrübungen auftreten, die die Lichtempfindlichkeit in aller Regel erhöhen und evtl. eine Sonnenbrille notwendig machen.