Kinder und Sehen

 

Wie bereits erwähnt wurde, ist das Sehen eine Funktion, die von jedem Menschen während der Kindheit erlernt wird. 

Der komplizierte Prozess des Erlernens der visuellen Wahrnehmung benötigt eine lange Entwicklungszeit. Alle anderen Sinne wie das Fühlen Hören, Riechen und Schmecken wirken auf diesen Prozess ein. 

Aus der Tatsache, dass man die visuelle Wahrnehmung erlernt, folgt, dass es keine zwei Menschen gibt, die ihr Umwelt genau gleich sehen.
Obwohl das Auge des Neugeborenen noch keine scharfen Bilder erzeugen kann wird dennoch der gesamte Seheindruck von Anbeginn als Basis allen Lernens umgesetzt.

Das Tückische am Sehen und an diesem Erlernen ist, dass ein Kind zwar sein Kriech- oder auch Spielverhalten oder auch die Sprache mit dem anderer Kinder vergleichen kann, jedoch das Sehen nicht vergleichen kann.

Mit anderen Worten, wenn Ihr Kind aufgrund eines Sehfehlers dauerhaft kein scharfes Bild erzeugen kann, ist es in seiner Lernfähigkeit zumindest behindert wenn nicht eingeschränkt und kann evtl. verschiedene Eindrücke nicht in seinen Erfahrungsschatz aufnehmen, weil es sie nicht „gesehen" hat. Sehr häufig können auch Lernschwächen auf Sehprobleme zurückgeführt werden. 

Ganz abgesehen davon, dass, sollte sich eine dauerhafte Sehschwäche bei Ihrem Kind festgesetzt haben, auch Einschränkungen im späteren täglichen Leben (z.B. beim Autofahren) oder auch im Berufsleben (wie bei modernen Bildschirmarbeiten) zu befürchten sind. 

Es ist daher unerlässlich, Ihrem Kind alle Möglichkeiten einer vollständigen Erfahrungssammlung, gerade auch über die Augen, zu ermöglichen. Je früher man evtl. Augenschäden oder Sehstörungen erkennt, desto besser ist die Chance diese Fehler rechtzeitig zu korrigieren.